
Dies ist eine persönliche Rezension der Serie Drops of God. Alle Bewertungen spiegeln meine subjektive Meinung nach dem Ansehen der Serie wider.
Es gibt Serien, die schaut man nebenbei. Und es gibt Serien, die man erlebt – mit allen Sinnen. Drops of God gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Die französisch-japanische Co-Produktion, die auf dem gleichnamigen Manga basiert, entführt uns nicht nur in ein spannendes Erbschaftsdrama, sondern öffnet ein Tor in die faszinierende Welt der Weinsensorik. Wer sich jemals gefragt hat, wie komplex ein Schluck Wein sein kann, wird hier Antworten finden – und gleichzeitig eine bewegende Geschichte erleben.
Der Plot – Zwischen Familiengeheimnissen und Weinlegenden
Die Serie beginnt mit einer ungewöhnlichen Ausgangslage: Alexandre Léger, ein legendärer Weinkritiker, stirbt und hinterlässt ein schier unbezahlbares Weinerbe – doch nicht ohne Bedingung. Seine Tochter Camille, die ihren Vater seit ihrer Kindheit nicht mehr gesehen hat, und sein brillanter Schüler Issei Tomine, ein japanischer Weinexperte, müssen gegeneinander antreten.
Was wie ein klassisches Wettstreit-Motiv klingt, entwickelt sich zu einer tiefgründigen Reise voller Emotionen, Erinnerung und Entdeckungen – sowohl im Wein als auch in den Protagonisten selbst.
Die Sprache des Weins – Sensorik als Schlüssel
Drops of God zeigt Wein nicht nur als Getränk, sondern als Sprache, die gelernt, gefühlt und gelebt werden muss. Jede Herausforderung in der Serie verlangt von den Figuren, sich vollständig auf ihre Sinne einzulassen:
- Aroma: von reifen Früchten bis zu subtilen floralen Noten.
- Geschmack: feine Säure, samtige Tannine, komplexe Nachklänge.
- Textur: vom seidig-weichen Burgunder bis zum kraftvollen Bordeaux.
Diese sensorische Tiefe ist für Weinliebhaber ein Fest – und für Neugierige ein faszinierender Einstieg in die Welt der Aromen.

Charaktere, die bleiben
Camille und Issei sind mehr als nur Konkurrenten. Ihre Begegnungen sind geprägt von gegenseitigem Respekt, Missverständnissen und einer Suche nach Identität. Beide tragen ihre eigenen inneren Konflikte aus, und Wein wird zu dem Medium, über das sie einander und sich selbst verstehen lernen.
Die Serie nimmt sich Zeit, ihre Persönlichkeiten zu entwickeln – was sie umso glaubwürdiger und nahbarer macht.
Ein Genuss für Auge und Ohr
Visuell ist Drops of God ein Kunstwerk. Die Kameraarbeit fängt Weinberge, Kellergewölbe und Degustationsszenen mit einer Sinnlichkeit ein, die fast schon physisch spürbar ist. Begleitet wird das Ganze von einer atmosphärischen Musik, die die Emotionen subtil, aber wirkungsvoll verstärkt.
Fazit
Drops of God ist keine Serie, die man „mal eben“ wegschaut. Sie ist eine Einladung, innezuhalten, genauer hinzusehen, tiefer zu riechen und bewusster zu schmecken. Wer sich auf dieses sinnliche Erlebnis einlässt, wird nicht nur eine fesselnde Geschichte sehen – sondern auch Wein auf eine ganz neue Weise wahrnehmen.
Trailer
Der offizielle Trailer zur Serie Drops of God ist auf der Apple TV+ Seite verfügbar.
Produktion & Veröffentlichung
- Die internationale TV-Serie (Frankreich, Japan, USA) wurde von Quoc Dang Tran erschaffen und basiert auf dem gleichnamigen Manga.
- Regie führte Oded Ruskin und produziert wurde u. a. von Klaus Zimmermann.
- Die Premiere war am 21. April 2023 auf Apple TV+. In Japan lief sie ab dem 15. September 2023 exklusiv auf Hulu Japan.
- Bei den Internationalen Emmy Awards 2024 gab es einen Preis als beste Dramaserie.
Hauptdarsteller
- Tomohisa Yamashita als Issei Tomine, ein hochbegabter Weinexperte.
- Fleur Geffrier als Camille Léger, die emotional komplexe Erbin.
- Weitere: Tom Wozniczka, Stanley Weber, Luca Terracciano, Diego Ribon, Azusa Okamoto, Cécile Bois u. a.